Großartiges Programm – großartige Akteure – ein großartiges Jubiläumskonzert

Am Sonntag, dem 13. Januar fand das 25. Neujahrskonzert der Chorgemeinschaft Amici Cantus e.V. in der Illipse mit einem dem Jubiläum angemessenen grandiosen Programm statt.
Unter der bewährten Leitung von Stefan Monshausen präsentierte der Chor zusammen mit einem glänzend aufgelegten Orchester (Musiker der Dt. Radiophilharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern) und einer tollen jungen Sopranistin (Vera Ivanović) ein Programm voller Highlights.
Den Anfang machte „Zadok the priest“ eine Hymne, die G. F. Händel anlässlich der Krönung von Georg II. schrieb und die auch bei der Hochzeit von Prinz William und Herzogin Kate gespielt wurde.
Außerdem wird das Thema in der Erkennungsmelodie zur Champions League verwendet.
Danach musste niemand im Publikum durch den Paukenschlag in Haydns Sinfonie Nr.94 „mit dem Paukenschlag“ geweckt werden.
Eine Herausforderung für jeden Chor stellen die großen Chorwerke von L. v. Beethoven dar. In „Meeresstille und glückliche Fahrt“ hat er zwei Gedichte von J. W. v. Goethe vertont. Der erste Teil „Meeresstille“ ist sehr langsam und leise mit stark reduzierter Orchesterbegleitung. In dieser ruhigen leisen Grundstimmung die Intonation zu halten und darüber hinaus in den wenigen Crescendo-
Stellen im Sopran Tonsprünge über eineinhalb Oktaven zu bewältigen ist eine echte Leistung zumal der zweite Teil in einen plötzlichen Stimmungswechsel und ein schnelles Tempo übergeht.
Der 1.Satz der Sinfonie Nr.25 g -moll von W. A. Mozart ist Kinobesuchern sicher bekannt als erste Musik, die man in dem Film „Amadeus“ von Milos Forman hört. Die starke Akzentuierung mit vielen
Synkopen und Rhythmusverschiebungen zeigt sich auch in „Inter natos mulierum“, was sehr viel Aufmerksamkeit und Konzentration erfordert.
Den fulminanten Schluss des ersten Teils bildete „Die Himmel erzählen“ aus der „Schöpfung“ von J. Haydn. Hier beeindruckt besonders die Schlussfuge.
Der zweite Teil wurde eröffnet mit der Ouvertüre zu „Die Entführung aus dem Serail“ von W. A. Mozart und dem „Chor der Janitscharen“ aus der gleichen Oper.
„Der Hölle Rache“, die Arie der Königin der Nacht aus „Die Zauberflöte“ ist eine Herausforderung für jede Sopranistin. Die junge Sopranistin Vera Ivanović meisterte die Schwierigkeiten der
Koloraturen in den obersten singbaren Tonhöhen mit Bravour und hatte auch in den tiefen Passagen einen tollen kräftigen Klang. Ihre Solo-Passagen in „La Califfa“ und „Once upon a
time in the west“ waren ebenfalls voller Ausdrucksstärke.
Mit den Filmmusiken zu „1492 – conquest of paradise“, „Vom Winde verweht“, „La Califfa“ und „Spiel mir das Lied vom Tod“ erreichte das Konzert einen emotionalen Level, der nicht
wenige Besucher mehr oder weniger verstohlen zum Taschentuch greifen ließ.
„Look at the world“ von J. Rutter wiederum hat das Potential zum „Ohrwurm“ und hat sicher viele Besucher auch noch lange nach dem Konzert begleitet.
Die Hymne „The Holy City“ bildete den Abschluss des Konzerts bevor traditionell „Donner und Blitz“, „Radetzky-Marsch“ und Pomp und circumstance“ als Zugabe gegeben wurden.
Stefan Monshausen hatte den Chor wunderbar eingestellt, so dass dieser bei den Hymnen, als Kantaten- und Oratorien-, als Opern- oder Backgroundchor gleichermaßen überzeugte
durch Klangfülle, homogene Ausgeglichenheit in den Stimmen und musikalische Interpretation des Charakters der doch sehr unterschiedlichen Stücke.
Nicht nur die Akteure selbst, auch langjährige Freunde des Chores bezeichneten das Konzert als eines der besten in der 25 jährigen Geschichte der Neujahrskonzerte von Amici Cantus und viele Besucher, die zum ersten Mal dabei waren, äußerten sich begeistert über die Veranstaltung und die gebotene Leistung und bekundeten ihren festen Willen, beim nächsten Konzert von Amici Cantus aber spätestens beim nächsten Neujahrskonzert auf jeden Fall dabei sein zu wollen.